Hintergrund

Die Ursprünge des Rahmenkonzepts

Diese Website wurde geschaffen, um Eltern über das neue Rahmenkonzept „Sexuelle Bildung" zu informieren, das das Erzbistum Hamburg ab dem Schuljahr 2026/2027 an allen katholischen Schulen einführen möchte.

Wir befürworten eine altersgerechte Sexualaufklärung sowie einen respektvollen Umgang mit jedem Menschen. Unsere Sorge gilt nicht einzelnen Personen, sondern dem pädagogischen Konzept der sogenannten „Sexuellen Bildung", das nach unserer Überzeugung dem katholischen Menschenbild, der Lehre der Kirche sowie dem verfassungsrechtlich geschützten Erziehungsrecht der Eltern widerspricht.

Das Hamburger Rahmenkonzept entstand nicht isoliert. Es ist Teil einer Entwicklung innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland. Ein wichtiger Ausgangspunkt war der Synodale Weg, in dessen Verlauf weitreichende Veränderungen der kirchlichen Sexualmoral, des Menschenbildes sowie des Verständnisses von Ehe und Familie diskutiert wurden. Auch wenn einzelne Reformtexte nicht die erforderliche Zustimmung der Bischöfe erhielten, wurden zahlreiche Inhalte später in weiteren Dokumenten aufgegriffen.

Zu diesen Dokumenten gehört „Geschaffen, erlöst und geliebt – Sichtbarkeit und Anerkennung der Vielfalt sexueller Identitäten in der Schule", das von der Kommission für Erziehung und Schule der Deutschen Bischofskonferenz erarbeitet wurde. Seine Entstehung war von kontroversen Diskussionen begleitet. Ein erster Entwurf wurde vom Ständigen Rat der Deutschen Bischofskonferenz zur Überarbeitung zurückverwiesen. Der überarbeitete Text wurde später als Kommissionspapier veröffentlicht, ohne erneut dem Ständigen Rat zur Abstimmung vorgelegt zu werden. Mehrere Bischöfe äußerten daraufhin öffentliche Kritik, unter anderem Bischof Stefan Oster, der erklärte, dass dieses Dokument nicht seine Position widerspiegle.

Bemerkenswert ist auch die zeitliche Abfolge: Das Hamburger Rahmenkonzept wurde bereits im Juni 2025 veröffentlicht, während das Dokument „Geschaffen, erlöst und geliebt" erst im Oktober 2025 erschien. Später erklärte das Erzbistum Hamburg, beide Dokumente seien inhaltlich miteinander vereinbar. Die Chronologie zeigt jedoch, dass das Hamburger Rahmenkonzept bereits mehrere Monate vor der Veröffentlichung des DBK-Dokuments vorlag.

Ein zentrales Fundament des Hamburger Rahmenkonzepts ist die sogenannte „Sexuelle Bildung", die auf der Sexualpädagogik der Vielfalt basiert und im Rahmenkonzept unter anderem auf den Sexualpädagogen der Vielfalt Uwe Sielert Bezug nimmt. Unsere grundlegende Kritik richtet sich jedoch nicht gegen einzelne Autoren oder Personen, sondern gegen das pädagogische Konzept der „Sexuellen Bildung" selbst. Nach unserer Auffassung vermittelt dieses Konzept ein neues Verständnis von Sexualität, Geschlechtsidentität, unterschiedlichen Lebensformen und der Rolle der Schule in diesen Fragen.

Eine ausführliche Darstellung der „Sexuellen Bildung", ihrer pädagogischen Grundlagen sowie ihrer Auswirkungen auf das Hamburger Rahmenkonzept finden Sie im Kapitel
„Was lernt mein Kind über Sexualität?", sowie in unserem Positionspapier.

Nach unserer Überzeugung vermittelt die katholische Kirche bereits eindeutig die Würde jedes Menschen und den respektvollen Umgang miteinander. Deshalb sehen wir keine Notwendigkeit, dieses neue pädagogische Konzept an katholischen Schulen einzuführen.



Wie entstand unsere Initiative?

Nach der Veröffentlichung des Rahmenkonzepts begannen zahlreiche Eltern, Fragen an ihre Schulen und an das Erzbistum Hamburg zu richten. Es wurden Briefe geschrieben, Gespräche gesucht und umfangreiche Fragenkataloge eingereicht – stets mit dem Ziel, einen offenen, respektvollen und sachlichen Dialog zu führen.

Aus diesem Engagement entstand das Elternnetzwerk Kinderschutz & Prävention, dem sich inzwischen Eltern aus mehreren katholischen Schulen des Erzbistums Hamburg angeschlossen haben.

In den vergangenen Monaten haben wir zahlreiche Gespräche geführt, Stellungnahmen und ein Positionspapier erarbeitet sowie wiederholt um transparente Antworten auf unsere Fragen gebeten. Trotz dieser Bemühungen sind viele zentrale Fragen bis heute unbeantwortet geblieben. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den wesentlichen Kritikpunkten am Rahmenkonzept hat aus unserer Sicht bislang nicht stattgefunden.

Dennoch bleiben wir dem Dialog verpflichtet. Als Eltern sehen wir es als unsere Verantwortung an, zu wissen, welche Inhalte unseren Kindern vermittelt werden. Gleichzeitig möchten wir dazu beitragen, dass die katholische Identität unserer Schulen, das Wohl unserer Kinder und das Erziehungsrecht der Eltern auch in Zukunft gewahrt bleiben.

Diese Website soll zu einem offenen und sachlichen Dialog beitragen. Sie stellt die offiziellen Dokumente, Hintergrundinformationen und Analysen übersichtlich zusammen, damit sich jede Familie auf der Grundlage der Originalquellen selbst ein fundiertes Urteil bilden kann. Wer sich vertieft mit den einzelnen Themen befassen möchte, findet weiterführende Informationen in den jeweiligen Kapiteln dieser Website sowie in unserem ausführlichen Positionspapier.