Wer bin ich?

Wer bin ich?
Das Menschenbild
„Jede Erziehung geht von einem bestimmten Menschenbild aus. Bevor eine Schule über Sexualität unterrichtet, beantwortet sie zugleich eine viel grundlegendere Frage: Wer bin ich?“
Die Art und Weise, wie ein Kind diese Frage beantwortet, wird prägen, wie es seinen Körper, die Familie, zwischenmenschliche Beziehungen und die Sexualität versteht.
Die katholische Kirche lehrt, dass jeder Mensch von Gott als Mann oder Frau geschaffen wurde, mit derselben Würde und einer Identität, die als Gabe empfangen wurde. Mann und Frau sind nicht identisch; in ihrer Verschiedenheit ergänzen sie sich gegenseitig. Diese Komplementarität gehört zum Schöpfungsplan Gottes und bildet die Grundlage von Ehe, Familie und jeder authentischen christlichen Anthropologie.
Das Rahmenkonzept der sogenannten „Sexuellen Bildung“ schlägt einen anderen Ansatz vor. Das Dokument erklärt, dass die Schülerinnen und Schüler ihr Leben „im Hinblick auf ihre Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung zunehmend selbstbestimmt und verantwortungsvoll“ gestalten sollen. Darüber hinaus versteht das Rahmenkonzept Geschlechtervielfalt so, dass neben Mann und Frau auch die transgeschlechtliche Identität, Intergeschlechtlichkeit und die nichtbinäre Identität einbezogen werden. Dabei wird darauf hingewiesen, dass das biologische Geschlecht nicht mit der sozialen Identität übereinstimmen muss.
Dieser Ansatz wird nicht lediglich als Information vermittelt. Das Rahmenkonzept selbst integriert diese Kategorien in die Entwicklung der persönlichen Identität und stellt den Schülerinnen und Schülern folgende Frage:
„Wer bin ich als Junge oder Mann, als Mädchen oder Frau oder als nichtbinäre Person?“
(Wer bin ich als Junge oder Mann, als Mädchen oder Frau oder als nichtbinäre Person?)
(Rahmenkonzept, S. 17)
Als Eltern ist dies eine unserer größten Sorgen. Das Rahmenkonzept beschränkt sich nicht darauf, die Existenz verschiedener Identitäten als Teil der heutigen Realität darzustellen. Es integriert sie als Bestandteil der normalen Entwicklung der persönlichen Identität und macht sie zu einem Bildungsziel, über das die Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf ihre eigene Person nachdenken sollen. Wenn die Schule diese Inhalte in einer Lebensphase einführt, in der Kinder und Jugendliche ihre Persönlichkeit noch entwickeln, besteht ein reales Risiko, Verwirrung über grundlegende Aspekte der menschlichen Identität hervorzurufen. Wir sind der Auffassung, dass eine katholische Schule eine klare Orientierung bieten sollte, die auf der christlichen Anthropologie beruht, und keine Zweifel an einer der grundlegendsten Fragen des Lebens wecken sollte:
Wer bin ich?